Parodontologie

Parodontologie

Parodontologie / plastische Parodontalchirugie / regenerative Parodontaltherapie

Die neueste Mundgesundheitsstudie zeigt, dass die Karies in der deutschen Bevölkerung auf dem Rückzug ist. Immer mehr Menschen können durch die Verbesserung der Mundgesundheit ihre eigenen Zähne bis ins hohe Alter erhalten und ihre Lebensqualität steigern. Zahnverlust ist also kein Schicksal.

Sie zeigt aber auch, dass mit zunehmendem Lebensalter die Entzündungen des Zahnhalteapparates (die Parodontitis) eine große Problematik für den Zahnerhalt, die allgemeine Mundgesundheit und die allgemeine Gesundheit mit sich bringt.

Das Wissen über die Ursache, den Verlauf die Auswirkung auf den Gesamtorganismus, die therapeutischen und prophylaktischen Maßnahmen sind weiten Teilen der Bevölkerung nicht bekannt. Oft verläuft das Krankheitsbild unbemerkt und ohne Schmerzen, in manchen Fällen rapide und aggressiv mit Schmerzen. Ursächlich dafür sind Bakterien, die sich im Zahnbelag vermehren. Unser Immunsystem antwortet auf den bakteriellen Angriff mit einer Entzündung und einem Abbau des darunter liegenden Knochens. Neun von zehn Bundesbürgern leiden an mindestens einem Zahn unter dieser Problematik. Die ersten Anzeichen einer beginnenden Infektion des Zahnbettes ist die Zahnfleischentzündung. Das Zahnfleisch schwillt an und blutet beim Putzen. Diese Zeichen dürfen nicht übersehen werden und sollten immer in der zahnärztlichen Praxis abgeklärt und diagnostisch bewertet werden.

Eine Zahnfleischentzündung, die bereits das Knochenbett um die Zähne mit infiziert hat, also eine Parodontitis, entsteht wie folgt: Bildung eines Biofilms (bakterieller Belag) auf der Zahnoberfläche, in Zahnzwischenräumen, aber auch auf Kronen, Brücken, Prothesen, gefolgt von der Infektion mit Entzündung und Gewebeabbau.

Das Verlaufsgeschehen kann sehr unterschiedlich sein, von langsam fortschreitend bis rapide und aggressiv verlaufend (besonders bei jugendlichen Patienten). Als wichtigste Risikofaktoren gelten Rauchen, unbehandelter Diabetes mellitus, psychosozialer Stress, Übergewicht, Fehl- und Mangelernährung, hormonelle Faktoren. Eine Reihe von genetischen (vererbten) Funktionsstörungen des Immunsystems sind weitere Risikofaktoren. Eine Parodontitis, die nicht behandelt wird, hat weit reichende Folgen für den Zahnerhalt und die Allgemeingesundheit. Sie führt zum Rückgang des Knochens um den Zahn somit zur Zahnlockerung und schließlich zum Zahnverlust. Durch die entstehenden Gewebedefekte gelangen die Bakterien in den gesamten Organismus. Sie erhöhen das Risiko für koronare Erkrankungen, Arteriosklerosen, Herzinfarkt um das Zwei- bis Vierfache, für Apoplexie (Hirnschlag) um das Zweifache, für Frühgeburten um das Vier- bis Achtfache. Parodontitis kann den Diabetes mellitus beeinflussen und umgekehrt. Die Risikosteigerung wird mit dem Zwei- bis Elffachen angegeben. Im Falle eines Diabetes sollte neben der allgemeinmedizinischen auch immer eine zahnärztliche Abklärung erfolgen. Die Erhöhung des Risikos für chronische Atemwegserkrankung mit Beteiligung einer Zahnbetterkrankung wird um das Zwei- bis Vierfache angegeben, ebenso steigt das Risiko einer Osteoperose um das Zwei- bis Vierfache.

Die primäre Therapie besteht in der Beseitigung des Biofilms aus allen Nischen und Zahnfleischtaschen, damit zur Reduktion von Bakterien und zur Beseitigung von Entzündung im Zahnhalteapparat und schließlich zur Ausheilung der Zahnfleischtasche. Nur in Verbindung mit optimaler häuslicher Mundhygiene und regelmäßiger professioneller Zahnreinigung, deren Intervalle entsprechend des individuellen Patientenrisikos festgelegt werden, kann man vor neuer Biofilmbesiedelung geschützt werden. Wir unterscheiden eine Initialtherapie oder Hygienephase, danach folgt die eigentliche Parodontaltherapie unter lokaler Betäubung mit entsprechenden Hilfsmitteln und ggfs. antibiotischer Abschirmung, um die Parodontitiskeime gezielt zu eliminieren.

Da Patienten, die an Parodontitis erkrankt sind, in der Regel eine lebenslang erhöhte Anfälligkeit für bakterielle Entzündungen aufweisen, muss sich an eine erfolgreiche Therapie eine dauerhafte und regelmäßige Nachsorge- und Erhaltungstherapie anschließen. Diese umfasst neben einer Kontrolle der Effizienz häuslicher Zahnpflege vor allem eine gründliche professionelle Reinigung aller bakteriell befallenen Zahnflächen oberhalb und unterhalb des Zahnfleisches durch den Zahnarzt bzw. speziell geschulte Assistenzkräfte.

In meiner Praxis werden neben den oben erwähnten Behandlungen zusätzlich noch regenerative Therapien sowie plastische Parodontalchirurgie durchgeführt. Die regenerative Therapie mit Schmelzmatrixproteinen erlaubt vorhersagbar neues Knochenwachstum und die Ausbildung eines neuen Zahnhalteapparates.  Mit der plastischen Parodontalchirurgie kann Schleimhautverlust an Zähnen wieder rekonstruiert und ein harmonischer Zahnfleischverlauf wieder hergestellt werden.

Über die vielfältigen Möglichkeiten werden Sie umfangreich nach sorgfältiger Diagnostik beraten.

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